Innereien Quelle für Vitamine und Mineralstoffe

Immer wieder findet man im Internet so genannte „BARF-Pläne“, in denen gar keine oder fast keine Innereien vorkommen. Manche Hundehalter ekeln sich auch vor den Innereien, weil sie besonders glibberig und geruchsintensiv sind oder halten sie fälschlicherweise für „minderwertig“, weswegen sie darauf verzichten. Und dass, obwohl Innereien definitiv zu den Vitamin- und Mineralstoffbomben gehören, ohne die ein sinnvolles Frischfütterungskonzept nicht auskommt.

Ein BARF-Plan enthält daher stets Innereien und zwar beträgt der Anteil ca. 15 % der tierischen Komponenten. Das hat auch einen Grund, denn im fiktiven Beutetier eines Hundes würde Innereien auch ungefähr in dieser Konzentration zu finden sein. Es gibt einfach kein Beutetier, welches gar keine Innereien liefert. Auch die wilden Verwandten unserer Hunde, die Wölfe, wissen Innereien sehr zu schätzen und fressen diese für gewöhnlich zuerst, wenn sie Beute erlegen.

Welche Innereien sind besonders wichtig?

Um herauszufinden, welche Innereinen besonders relevant sind, muss man nur Nährstoffverteilung der wichtigsten Innereien mit normalem Muskelfleisch vergleichen. Es sind jeweils die Werte grün hervorgehoben, die sich besonders von normalem Fleisch unterscheiden, weil sie deutlich höher sind.

(Quelle: Meyer/Zentek (2005): Ernährung des Hundes, S. 252 ff., kursiv geschriebene Werte: Simon, S. (2009): BARF- Biologisch Artgerechtes Rohes Futter, S. 70 ff.)

Wie man gut erkennen kann, liefern die verschiedenen Innereien insbesondere Natrium, Kalium, Eisen, Kupfer, Mangan, Jod, Selen, sowie die Vitamine A, D, K, B2, B12, B5 (Pantothensäure), B3 (Nikotinsäure) sowie B7 (Biotin) und B 9 (Folsäure) in viel höherer Konzentration als normales Muskelfleisch. Man kann auch gut erkennen, dass die Innereien jeweils unterschiedliche „Stärken“ haben, weswegen es z. B. nicht ausreicht, nur Leber oder nur Niere zu füttern.

Außerdem wird aus der Grafik ersichtlich, dass Innereien wie Herz oder Lunge nicht ganz so wertvolle Nährstofflieferanten sind wie bspw. Leber, Niere und Milz. Dies spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn man s. g. Fertig-BARF füttert oder auf Innereien-Mixe zurückgreift. Diese enthalten oftmals nur Lunge und Herz, was jedoch nicht ausreicht, weil diese Innereien eben nicht so nährstoffreich sind wie andere.

Aber Innereien sind doch Entgiftungsorgane. Ist das nicht schädlich?

Natürlich ist es so, dass bestimmte innere Organe im Körper nun einmal die Aufgabe haben, Stoffwechselendprodukte abzubauen oder auszuscheiden. Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass diese Stoffe dann in diesen Organen angereichert werden, denn Ziel ist es ja, Substanzen wie Harnstoff usw. eben über diese Organe auszuscheiden.

Problematisch sind eher im Schlachttier eingelagerte Stoffe die auf unnatürliche Weise in das Schlachttier geraten. Dazu zählen Medikamenten (z. B.  Antibiotika), Umweltgifte (z. B. Dioxine) oder Schwermetalle (wie z. B. Quecksilber). Diese Toxine lagern sich aber nicht nur in den inneren Organen oder im Muskelfleisch ab, sondern vor allem im Fettgewebe. Demzufolge schützt der Verzicht auf Innereien nicht unbedingt davor. Hier sollte lieber versucht werden, auf Fleisch aus artgerechter Haltung oder vertrauenswürdigen Quellen zurückzugreifen.

Wie viele Innereien sollte man füttern?

Man sollte nicht zu wenige Innereien füttern. Sie sollten ca. 15 % des tierischen Anteils der Nahrung ausmachen, eben weil sie auch ungefähr in dieser Größenordnung im Beutetier vorkommen. Betrachtet man die wissenschaftlichen Bedarfswerte (die jedoch bekanntermaßen auf gebarfte Hunde nicht zutreffen müssen), so fehlen bereits ab einem Anteil von 10 % bestimmte Nährstoffe, die man dann substituieren müsste.

Aber auch nach oben hin sind Grenzen gesetzt. Nicht unbedingt, weil man dem Hund sonst zu viele Nährstoffe zuführen würde (z. B. müsste man einem Hund schon ca. 590 g Leber pro kg Körpermasse am Tag geben, um ihn mit Vitamin A zu vergiften – und so viel kann gar kein Hund fressen), aber viele Hunde bekommen von Innereien weichen Kot oder sogar Durchfall. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich ungefähr an die 15 % zu halten.

Mein Hund frisst keine Innereien

Besonders in der Umstellungsphase tun sich einige Hunde schwer damit, Innereien zu fressen. Denn sie sind „glibberig“ und riechen derart anders als normales Fleisch, dass sogar unsere Menschennase es wahrnehmen kann. In dem Fall kann man entweder versuchen, die Innereien zu überbrühen oder kurz in Butter anzubraten (das ist für manch einen Besitzer durchaus eine olfaktorische Herausforderung) oder man kauft Innereien gewolft und mischt sie mit in das normale Futter. Anfangs sollte man nur kleine Mengen untermischen und dann versuchen, den Anteil zu erhöhen. Es gibt viele Hunde, die später Innereien ganz problemlos fressen, ohne dass man sie braten oder ihnen „unterjubeln“ muss.

Wie kann man Innereien ersetzen?

Wenn der Hund aber gar nicht dazu zu bewegen ist, Innereien zu fressen, dann muss man bestimmte Nährstoffe eben mit anderen Zutaten substituieren. Bei einigen Zutaten ist das auch gar nicht nötig, weil sie vollkommen bedarfsdeckend über normales Muskelfleisch und Knochen zugeführt werden. Bei einigen Nährstoffen sollte man jedoch etwas nachhelfen, wenn der Hund gar keine Innereien bekommt. Eine Vitamin- oder Mineralstoffmischung ist dazu nicht unbedingt nötig, zumal diese Mischungen meist synthetische Vitamine enthalten, die nicht immer ohne Nachteile sind.

An erster Stelle stehen die Vitamine A und D, die im normalen Fleisch in eher geringen Gehalten vorkommen. Diese beiden Vitamine kann man recht gut mit Lebertran zuführen. Aber aufgepasst, Lebertran sollte nicht zu hoch dosiert werden, denn die Vitamine A und D sind nicht wasserlöslich und ein Überschuss wird vom Körper nicht „einfach so“ wieder ausgeschieden. Außerdem sollte man darauf achten, möglichst schadstoffarmen (schadstofffrei gibt es heutzutage nicht mehr...) Lebertran zu kaufen. Die Hersteller veröffentlichen meist toxikologische Gutachten zu diesen Produkten.

Ein Spurenelement, was ebenfalls fehlt, wenn der Hund keine Innereien fressen will, ist Selen. Es kommt insbesondere in Nieren vor. Wenn der Hund die partout nicht will, dann kann man sich mit Paranüssen oder Kokosnussraspeln ein wenig behelfen. Kokosraspeln haben zudem noch den Vorteil, anthelminthisch also wurmwidrig zu wirken .

Auch Jod kommt in normalem Muskelfleisch nicht in ausreichender Menge vor. Das kann man z. B. über Meeresalgen abdecken. Das Spurenelement Kupfer kommt ohne Innereien auch etwas zu kurz und kann z. B. mit Lammkeulenfleisch oder auch Bierhefe zugeführt werden.

Bierhefe liefert auch viele B-Vitamine darunter B5 und B7 (Biotin) und B9 (Folsäure), die fehlen, wenn man keine Innereien füttert. Biotin und Folsäure kann man zusätzlich auch noch über Eigelb zuführen. In diesem Fall ist es dann wirklich wichtig, nur das Eigelb zu füttern, da das Eiweiß einen Stoff namens Avidin enthält, welcher Biotin zerstört. Das Eiweiß muss man allerdings nicht wegwerfen. Man kann es braten und dann dennoch verfüttern, denn Avidin zerfällt bei Hitze.

Fazit

Innereien stellen eine wichtige Quelle für Vitamine und Mineralstoffe dar und sollten daher ungefähr 15 % des Anteils tierischer Komponenten in einer BARF-Ration ausmachen, auch wenn der Besitzer diese Zutaten vielleicht eklig findet. Einige Hunde mögen Innereien allerdings auch nicht so wirklich, weshalb man erst versuchen sollte, sie dem Hund durch Überbrühen oder Anbraten doch schmackhaft zu machen, oder sie durch die Ergänzung der Ration mit bestimmtem Futtermitteln zu ersetzen. Auf keinen Fall sollte man Innereien arglos aus dem Futterplan streichen.


Quelle:www.mashanga-burhani.blogspot.de

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